Sigi Hartl zieht (Buten-) Bremer in seinen Bann

Ein Highlight in Sachen Karate hatte erneut die Hansestadt zu bieten, in der 2014 die Karate-Weltmeisterschaften ausgerichtet werden: Der Bundesjugendtrainer ist mittlerweile eine feste Institution im Bremer Karate Verband geworden, denn bereits seit vielen Jahren besucht er regelmäßig den Norden, um Lehrgänge beim Ausrichterverein SKIP abzuhalten.

Gruppenfoto der Teilnehmer

(stehend von links: Jörg Roschke, Fabian Helfers, Karin Entelmann, BJT Sigi Hartl, Eduard Esau, Klaus Dambrowsky, Kai Hoerder; vorn von links: Madeleine Neumann, Merle von Amende, Lia Illing)

Der Schwerpunkt der Mittel- und Oberstufe bildeten die häufig im Wettkampf präsentierten Katas Kanku-Dai und Kanku-Sho. Auf den Ablauf bezogen, setzen beide Katas eine gute Kondition voraus, eine ausgeprägt gute Grundschule, mit der Fähigkeit bei einer Vielzahl von Drehungen, das Kime in der Endphase im Kihon beizubehalten. Die Kanku-Sho zeichnet sich durch hohe athletische Anforderungen aus, angefangen von Suri-Ashi-Bewegungen, einer Vielzahl von Keri-Waza, bis hin zum ausgeprägten Sprungvermögen.

Systematisch baute Sigi Hartl das Training anhand von Blocktechniken auf, ergänzte diese mit Kontern und erhöhte den Schwierigkeitsgrad zunehmend, indem Drehungen bis hin zum aikidotypischen Tai-Sabaki (= Körperbewegung) integriert wurden. Im Tai Sabaki wird der hintere Fuß vorgesetzt und dabei leicht einwärts gedreht und der Körper vollzieht eine 180-Grad-Drehung. Ziel des Trainings war es Anreize für alle Leistungsstufen zu schaffen, um auch bei altbekannten Bewegungsstrukturen neue Impulse zu setzen, weg vom herkömmlichen Ablauf- bzw. Sequenztraining.

Es herrschte unter der LehrgangsteilnehmerInnen eine angenehm ruhige und konzentrierte Atmosphäre. Die unterschiedlichen Karateka sahen sich in die Lage versetzt, die Katas zu erlernen und als WettkämpferInnen wertvolle Informationen mitzunehmen. TrainerInnen konnten Anregungen für einen sinnvollen und abwechslungsreichen Trainingsaufbau mit ins eigene Dojo nehmen. Das Bunkai rundete das Erlernte ab, um so ein tieferes Verständnis der Bedeutung von Techniksequenzen zu schaffen. Dabei zeigte sich zudem, daß die Anwendung nicht zwingend dem Technikablauf der Kata folgen muß, sondern die Prinzipien sich variabel einsetzen lassen.
Diese Linie wurde auch im Unterstufentraining am Beispiel der Kata Heian-Yondan weiter verfolgt. Aus Haiwan-Uke wurden unterschiedliche Kontertechniken kontinuierlich ergänzt, um letztendlich den Angreifer mit einer Abfolge von Konterkombinationen einzudecken.

Selbstverständlich wurden auch Kyu-Prüfungen durch den Bundesjugendtrainer abgenommen. Vom Ausrichter-Dojo SKIP bestanden dabei Maria Zimmermannen und Zuzanna Peters den Grüngurt, Jannik Mölck ist nunmehr Blaugurt,  Madeleine Neumann bestand den 4. Kyu und Fabian Helfers den Braungurt (s. Gruppenfoto oben).
Herzlichen Glückwunsch ALLEN Prüflingen vom SKIP-Team!

Ein großes Dankeschön geht an die Lehrgangsteilnehmerinnen und Teilnehmer, dem SKIP-Team für die Ausrichtung und natürlich dem Bundesjugendtrainer Sigi Hartl!

Foto:    Tatjana Hoerder
Text:     Kai Hoerder