Schlagwort-Archiv WM 2014

VonFrank Miener

WM-Macher geben Tipps in Österreich

Wie stellt man eine WM auf die Beine? Und wie bekommt man die beste WM aller Zeiten hin? Diese beiden Fragen bildeten den Mittelpunkt eines Workshops, den die Organisationsgesellschaft für die kommende Weltmeisterschaft 2016 in Linz/Österreich am zweiten Januarwochenende veranstaltet hat. Das rund 35-köpfige Team um Orga-Leiter Hans Werner Streicher traf auf dieser Veranstaltung auf fachkundige Kollegen: Gleich mit zehn Personen reiste das OK-Team der Bremer WM 2014 an die Donau und folgte damit einer Einladung der österreichischen OK-Leiter. Im Gepäck eine riesige Menge an wertvollen Tipps. Das war zugleich der erste Höhepunkt einer seit 2010 bestehenden tiefen Zusammenarbeit zwischen WM-Organisatoren überhaupt.

„Es ist für uns selbstverständlich, unseren österreichischen Freunden zu helfen und sie zu unterstützen“, sagt Horst Kaireit, der als einer der beiden Bremer OK-Leiter mitgereist war; sein Kollege Reiner Zimbalski war beruflich verhindert. „Unser Ziel ist es, mitzuhelfen, die nächste WM noch besser zu machen, und das geht eben einfach über den Informationsaustausch.“ Den Auftakt bildete aber erst einmal das praktische Karate: Direkt nach der Ankunft stand eine intensive Trainingseinheit in Wels, einem Nachbarort von Linz, auf dem Programm. Dort trainiert regelmäßig die österreichische Nationalmannschaft im Budokan, einem großen, traditionellen und nach asiatischen Regeln errichteten Dojo.

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Den Schwerpunkt bildete aber natürlich die WM 2016, die vom 25. bis 30. Oktober in Linz stattfinden wird. So stand nach einer Präsentation des Vorbereitungsstands durch die jeweiligen WM-2016-Bereichsleiter vor allem die Arbeit in Kleingruppen im Mittelpunkt des Treffens. Dabei gaben die in Bremen verantwortlichen OK-Mitglieder unter anderem Tipps zur Wettkampforganisation, zum Ticketverkauf, zu Hotelbuchungen der Nationen und Funktionäre des Weltverbandes WKF, zum Catering, zur Sicherheitsorganisation, der Presse- und Medienarbeit, der Logistik und dem nicht immer einfachen Umgang mit einigen wenigen der etwa 120 anreisenden Nationen. Dazu kamen ein kurzer Besuch an der Austragungsstätte, der TIPS-Arena in Linz. Hier wird es aller Voraussicht nach zu einem starken deutschen Block im Fanbereich kommen – der DKV hat ungefähr zehn Mal so viele Mitglieder wie der Österreichische Karatebund. Deshalb konzentrieren sich die Macher neben ihrem Heimat- vor allem auch auf den Nachbarmarkt in Deutschland.

„Wir haben viel gelernt und eine Menge aufgenommen“, zog Streicher am Ende des Arbeitswochenendes dann auch eine positive Bilanz der Gespräche. Man werde sicherlich weiterhin eng zusammenarbeiten, denn für die Österreicher nehmen die Aufgaben im Moment massiv zu und die WM an Fahrt auf. Unter anderem sucht das Team noch Volontäre für Linz, rund 450 Personen sollen mithelfen, die Weltmeisterschaft zum Laufen zu bringen. Zehn weitere haben sie an diesem Wochenende gewonnen: Alle deutschen Workshop-Teilnehmer haben sich noch vor Ort registriert und ihre Unterstützung zugesagt. Denn wer einmal WM-Luft schnuppert, kann davon nicht zu viel bekommen.

VonFrank Miener

Willi Lemke wird WM-Schirmherr

Bremen. Der Sonderbeauftragte des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden, Senator a.D. Wilfried Lemke, übernimmt die Schirmherrschaft für die Karate-Weltmeisterschaft 2014 in seinem Wohnort Bremen. Lemke zeichnet damit sowohl die ehrenamtlichen Organisatoren als auch die Sportart und Kampfkunst Karate aus, die im November zur 22. Weltmeisterschaft und zugleich zur ersten Weltmeisterschaft für Menschen mit Behinderung in der Hansestadt zusammenkommt.

Foto: Mark Garten / UN

Foto: Mark Garten / UN

„Wir freuen uns sehr, dass Herr Lemke mit seiner ReputaGon und seinen Kontakten die Karate-Weltmeisterschaft und die Karate-Welt unterstützen wird“, sagen die beiden Leiter des Organisationskomitees, Reiner Zimbalski und Horst Kaireit. Es sei eine besondere Auszeichnung und Ehre, wenn der Sonderberater des höchsten Weltgremiums seine Unterstützung zusage. „Gerade Karate passe zu seinem Auftrag“, sind sich die beiden sicher.

Wilfried „Willi“ Lemke, ehemaliger Manager des Fußball- Bundesligavereins SV Werder Bremen und Senator für Bildung und Wissenschaft sowie für Inneres und Sport in der Freien Hansestadt Bremen wird sich intensiv für die Welttitelkämpfe einsetzen, die vom 5. bis 9. November in der ÖVB-Arena an der Bürgerweide ausgetragen werden. Die Organisatoren erwarten bis zu 1.200 Sportler aus 130 Nationen, die an den Titelkämpfen der IOC-anerkannten World Karate Federation teilnehmen. Diese Titelkämpfe sind die bislang größten in der Karate-Geschichte. Zugleich handelt es sich um die einzige WM, die in diesem Jahr auf deutschem Boden ausgetragen wird.

Der Deutsche Karate Verband e.V. wird mit 21 Athleten antreten und rechnet sich realistische Chancen auf Medaillen aus. Umso erfreuter zeigen sich die Verantwortlichen, dass UN-Sonderberater Willi Lemke auch die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung am Abend des 7. November 2014 zugesagt hat und auch bei zahlreichen Gelegenheiten in Gesprächen für die Karate-Weltmeisterschat 2014 in der gesamten Welt werben wird. Damit, so Zimbalski, werde auch die Stadt Bremen mit einem weiteren Sporthöhepunkt weltweit bekannt werden.

Die Karate-WM 2014 wird vom 5.-9. November 2014 in der ÖVB-Arena ausgetragen. Erwartet werden 1.200 Sportler aus mindestens 130 Nationen. Direkt im Vorfeld findet mit dem Millenniums-Lehrgang vom 1.-3. November 2014 die bislang größte Breitensportveranstaltung innerhalb des Deutschen Karate Verbandes e.V. statt, bei der 86 Spitzentrainer tätig sein werden.

Die ÖVB-Arena Bremen – Sport & Entertainment mitten in der City. Einzigartig in seiner Multifunktionalität, steht sie mit einer Maximalkapazität von 14.000 Zuschauern bei Konzerten und bei unzähligen Welt- und Europameisterschaften in den unterschiedlichsten Sportarten für eine neue Dimension der Live-Kultur.

VonFrank Miener

Feinschliff für WM-Show vom deutschen Meister Ilja Smorguner

Bremerhaven. Auf die kleine Cagri Esen warten große Aufgaben: Die zehnjährige Athletin der Karate-Schule Nippon Bremerhaven ist ein Ausnahmetalent und wird bei der Eröffnungsveranstaltung der Karate-WM 2014 (5.-9. November, ÖVB-Arena) am Freitag, 7. November, ihr Können der gesamten Karate-Welt demonstrieren. Sie wird vor dann vor 10.000 Zuschauern in der ausverkauften ÖVB-Arena eine Kata zeigen. Jetzt holte sich Cagri Esen Tipps und Hinweise vom mehrfachen deutschen Meister und Nationalkaderathleten Ilja Smorguner (Shogukan München).

Cagri Esen (10) lässt sich von Ilja Smorguner eine Shito-Ryu-Kata erläutern. Foto: fm

Cagri Esen (10) lässt sich von Ilja Smorguner eine Shito-Ryu-Kata erläutern. Foto: fm

“Ich bin von Cagri sehr angetan”, sagte Smorguner, der sich am Rande des Besuchs der Karate-Nationalmannschaft Mitte Mai in Bremerhaven spontan bereit erklärte, Cagri Esen eine private Trainingseinheit zu geben. “Sie hat die Übungen sehr gut gemacht und sehr schnell gelernt”, sagt Smorguner, der bei der Europameisterschaft 2014 den fünften Platz geholt und hat und bei der WM in Bremen den Sprung auf das Podium schaffen möchte. Smorguner trainiert die Karate-Stilrichtung Shito-Ryu, weltweit die größte Ausprägung der japanischen Kampfkunst. Cagri Esen dagegen übt Shotokan-Karate, das in Deutschland sehr stark vertreten ist. Die Stile unterscheiden sich zum Beispiel in der Ausführung von Ständen und Atemtechniken. Das ist für Cagri Esens Vorführung besonders wichtig. Denn ihr Heimtrainer Hans Walter plant eine Mischung aus den Kata beider Stilarten zu entwickeln, die dann bei der WM präsentiert werden soll. “Das ist etwas Einmaliges”, sagt er. Und ist sich sicher, dass Cagri Esen diese Aufgabe bewältigen wird.

Die war zunächst schüchtern, als sie Smorguner gegenüber stand. “Er ist ja auch so erfolgreich”, sagte sie. Dabei hat sie auch schon Starts auf der Landesmeisterschaft und einige andere Siege auf ihre Ergebnisliste stehen. Die anfängliche Schüchternheit verflog dann aber auch schnell, als die ersten Techniken geübt wurden. Smorguner musste dabei nur wenig korrigieren – Cagri Esen nahm die Erklärungen sehr schnell auf und setzte sie um. “Das hat mich überrascht”, sagt der Münchener und lächelt: “Denn so einfach ist das nun auch nicht.” Während Cagri Esen die gezeigte Kata in nur einer Trainingseinheit gelernt hat, benötigen andere Karateka dafür wesentlich länger.

Nun gilt es für die kleine Karatekämpferin, die selbst einmal so erfolgreich wie der DM-Sieger sein möchte, das Erlernte zu trainieren und zu üben. Gut fünf Monate hat sie dafür Zeit, dann trifft sich die Karate-Elite zur Weltmeisterschaft in Bremen. Dabei werden rund 130 Nationen mit etwas 1.200 Athleten vertreten sein. Cagri Esen selbst darf nicht antreten. Aber sie wird irgendwann dabei sein, ist sich Walter sicher.